Allgemeines

Besuch des Experimentierraums für Pflegetechnologien der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Verfasser: Vorstand der Liberalen Senioren Niedersachsen

 

Zwei Junge Liberale aus Hannover, Mitglieder der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker (VLK) Niedersachsen, Gero Hocker (MdB und kooptiertes Mitglied der LiS Niedersachsen) und Liberale Senioren Niedersachsen besuchten am Dienstag, den 15.11.2022 das Pflegepraxiszentrum (PPZ) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Vorsitzende der Liberalen Senioren Niedersachsen, Nicole Bracht-Bendt hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen. Dort wurden die Besucher von Mitgliedern des Projektteams, der Pflegewissenschaftlerin Dr. Regina Schmeer und Hannah van Eickels (Master of Science Public Health), empfangen.

 

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte PPZ beschreibt ihr Projekt selbst so: „Im Pflegealltag können technische Lösungen helfen, Arbeitsabläufe zu verbessern und mehr Freiräume für eine individuelle Versorgung der Patienten zu schaffen. Ziel des Projekts Pflegepraxiszentrum Hannover ist der Aufbau einer zukunftsfähigen Station.“

 

Das bedeutet in der Praxis: eine unfallchirurgische Pflegestation der MHH wird durch Einsatz verschiedener technischer Innovationen zur Unterstützung von Pflegefachpersonen und zur Verbesserung der Patientenversorgung zur „Station der Zukunft“ weiterentwickelt. Erst wenn die Produkte von den Pflegenden dieser Station auf ihre Praxistauglichkeit und Wirksamkeit geprüft wurden, kommen sie breitflächig zur Anwendung.

 

Die Teilnehmer der Veranstaltung hatten die Möglichkeit, im Experimentierraum für Pflegetechnologien unterschiedliche Pflegehilfsmittel anzuschauen und auszuprobieren. Die beiden Mitarbeiterinnen der MHH erklärten ausführlich die dort gezeigten, sehr unterschiedlichen Produkte aus den Bereichen Demenz, Dekubitus (Wundliegen) und Arbeitserleichterung.  Ein Film demonstrierte die Arbeitsweise eines bereits angeschafften, allerdings noch in der Programmierung befindlichen, Pflegeroboters.

 

Ein Trackingsystem zeigt an, wo sich ein Gerät (z.B. Blutdruckmessgerät) befindet; Relaxkissen reagieren auf die Gemütslage der Patienten und beruhigen sie; eine Smartphone-App ersetzt die Patientenklingel; ein Exoskelett stärkt den Rücken des Pflegenden bei Umbettungen; ein digitales Bettensystem verhindert das Wundliegen der Patienten; an der Decke angebrachte Sensoren zeigen dem Pflegepersonal, wenn ein Patient aus dem Bett fiel etc. etc.

 

Die Entwicklung und Erforschung von Pflegehilfsmitteln wird in Deutschland noch viel zu wenig gefördert.  Die anwesenden Mitglieder der Jungen Liberalen Hannover, der Liberalen Senioren Niedersachsen und der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker Niedersachsen werden sich für die Förderung der Forschung und Etablierung in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern einsetzen. Sie haben dazu gleich nach der Veranstaltung erste Ideen entwickelt.  

 


Gemeinsame Wahlkampfaktion zur Landtagswahl in Niedersachsen am 09.10.2022

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Jungen Liberalen Niedersachsen und Liberalen Senioren Niedersachsen war auch zur Landtagswahl am 09.10.2022 sichtbar.

 

Die Vorsitzende der Jungen Liberalen Nadin Zaya hatte die Idee, einen gemeinsamen Flyer zu drucken. Unter dem Motto „Unmöglich. Bis es passiert. Hand in Hand“ warben in mehreren Städten in Niedersachsen beide Vorfeldorganisationen für die Niedersachsen-FDP.  Bei den Wählern und den Beteiligten kam diese Aktion gut an.

 

Themen waren: Wohnen muss bezahlbar sein. Damit am Monatsende die Taschen voll bleiben (zu Inflation). Mobil in jedem Alter. Den Lehren der Geschichte zuhören (die Deutsche Einheit und Antisemitismus). Teilhabe der Senioren und Seniorinnen erleichtern (Ehrenamt im Alter), inklusiv digitalisieren (barrierefrei digitalisieren und den vielfältigen Bedürfnissen aller Menschen gerecht werden). Jung und Alt bleibt in Bewegung (besondere Bedeutung des Sports). 

 


Digitale Selbstbestimmung im Alter stärken - Besuch des Seniorenbüros der Stadt Hannover

Verfasser: Vorstand der Liberalen Senioren Niedersachsen

 

……. es gibt Neuigkeiten zum Antrag der Jungen Liberalen Niedersachsen und Liberalen Senioren Niedersachsen zur „Niedersächsischen Digitalisierungsoffensive für Seniorinnen und Senioren“. Er wurde beim Landesparteitag Niedersachsen vom 26./27.03.2022 einstimmig ins Parteiprogramm übernommen (wir berichteten im letzten LiS-Letter darüber).

 

Seit 2014 arbeitet die Stadt Hannover an dem Thema „Digitale Selbstbestimmung im Alter“. Dafür wurde sie von der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) als „Leuchtturmprojekt“ ausgezeichnet. Mitglieder der Jungen Liberalen Niedersachsen und der Liberalen Senioren Niedersachsen besuchten deshalb am 11.10.2022 Patrick Ney vom Seniorenbüro der Landeshauptstadt Hannover (einige waren auch digital zugeschaltet). Er ist Gerontologe und E-Business-Manager und leitet das Projekt.

 

Patrick Ney ist überzeugt: „Dienstleistungen und Informationen werden digital, wie z.B. Buchung von Terminen beim Arzt oder Krankenhaus, Home Banking oder Beantragungen bei Behörden. Ältere Menschen brauchen Möglichkeiten das eigene Leben digital selbstbestimmt zu gestalten und die Konsequenzen des digitalisierten Handelns selbst einzuschätzen (digitale Souveränität) und die Chance sich digital einzubringen. Dabei ist das Erlernen neuer Techniken in jedem Lebensalter möglich. Es bedarf neuer Lernorte, Angebote und Strukturen im direkten Wohnumfeld der Älteren.“ 

Hier sind auch die modernen Kommunen gefragt. Folgende Maßnahmen wurden bereits von der Stadt Hannover umgesetzt – nur einige Beispiele:

  • In den stadteigenen Pflegeheimen werden Bewohner und Mitarbeiter in der Pflege, Organisation und Technik in der Nutzung digitaler Endgeräte geschult.
  • Ein Schulungsprogramm zur Digitalisierung der Seniorenarbeit wurde entwickelt.
  • Die Webseite der Stadt Hannover wird laufend seniorengerecht weiterentwickelt. Dabei wird z.B. geprüft, ob offene Daten leicht zugänglich sind.
  • Die Stadt Hannover beschäftigt 28 Medien- und Techniklotsen im Ehrenamt und dabei unterschiedliche Muttersprachler. Sie schulen z.B. ältere Menschen in der Nutzung von Smartphone und Tablet (oft in 1 zu 1- Betreuung – auch in deren Wohnung), des kritischen Blicks auf Informationen des Internets und führen die älteren Menschen an die Digitalisierung heran, indem sie auf ihre speziellen Interessen eingehen.
  • Ehrenamtliche bieten auf Quartiersebene regelmäßig gut besuchte Techniksprechstunden an. 
  • Es wird ein telefonischer „Helpdesk“ bei akuten technischen Problemen vorgehalten, der auch den Besuch der Ehrenamtlichen koordiniert.
  • Angebote visualisieren: Eine digitale Angebotskarte zu Freizeit, Beratung, Alltagsunterstützung, Engagement, Pflege und Wohnen wurde erstellt.

Die Informationen von Patrick Ney haben die Besucher des Seniorenbüros tief beeindruckt. Ähnliche Projekte sollten auch in anderen Kommunen möglich sein!! Deshalb haben einige Junge Liberale und Liberale Senioren bereits Kontakt zur Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker aufgenommen. Vielleicht ist das ja mit seiner Hilfe möglich? Bitte tragen auch Sie dieses wichtige Thema in Ihre Kommunen.

 


Niedersächsische Digitalisierungsoffensive für Seniorinnen und Senioren kann starten

von Jutta Heynold (Kreisverband Northeim-Einbeck) für den Arbeitskreis „Zusammenarbeit mit den Jungen Liberalen Niedersachsen“

 

Vorstandsmitglieder der Liberalen Senioren Niederachsen bildeten im November 2021 den Arbeitskreis „Zusammenarbeit mit den Jungen Liberalen Niedersachsen“. Mitglieder: Manfred Kobusch und Jürgen Lang (Kreisverband Region Hannover), Dirk-Heinrich Heuer (Kreisverband Braunschweig-Wolfsburg) und Jutta Heynold (Kreisverband Northeim-Einbeck).

 

Zusammen mit der von René Rahrt (Leiter des Landesarbeitskreises Digitales und Netzpolitik der JuLis Nds.) geleiteten Gruppe von Jungen Liberalen reichten wir den Programmantrag „Niedersächsische Digitalisierungsoffensive für Seniorinnen und Senioren“ zum Niedersächsischen Landesparteitag der FDP am 26./27.03.2022 ein.

 

Der Antrag wurde von den Delegierten des Landesparteitages ohne Änderungen, einstimmig, ohne Enthaltungen angenommen. Wir freuen uns über den Erfolg. Nun kann die Umsetzung erfolgen. Wir werden Sie über die Maßnahmen und Veranstaltungen dazu laufend im LiS-Letter informieren.

Die Jungen Liberalen Niedersachsen haben den von uns inhaltlich gemeinsam erarbeiteten Antrag formuliert. Wir geben hier den vollständigen Wortlaut wieder:

 

Niedersächsische Digitalisierungsoffensive für Seniorinnen und Senioren

 

Wir Freie Demokraten in Niedersachsen verstehen die Digitalisierung als Chance, jeden und jede Einzelne zu einem selbstbestimmten Leben zu befähigen. Wir sehen im Digitalen daher ein Mittel, das Leben der Menschen zu erleichtern und mit neuen Möglichkeiten zu bereichern. Uns ist bewusst, dass die Digitalisierung nicht nur Barrieren abbaut, sondern auch neue schafft. Darum formulieren wir den Anspruch einer barrierefreien und inklusiven Digitalisierung, die den vielfältigen Bedürfnissen aller Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen und -phasen gerecht wird. Denn in einer digitalen Gesellschaft ist die vollumfängliche Teilhabe oft nur mit digitalen Mitteln möglich.

 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Seniorinnen und Senioren der Digitalisierung überwiegend offen und neugierig gegenüberstehen, sich mit digitalen Medien beschäftigen und sich aktiv in die Gesellschaft einbringen wollen. Allerdings muss auch festgestellt werden, dass mit den bestehenden Hilfs- und Beratungsangeboten nur ein Teil der älteren Menschen erreicht werden kann. Im politischen Handeln müssen daher Personengruppen mehr bedacht werden, deren Mobilität eingeschränkt ist oder die bisher keinen Kontakt zum Internet hatten. Wir Freie Demokraten wollen für die infrastrukturellen Bedingungen, die technische Ausstattung sowie die Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten sorgen, die den Bedarfen der heterogenen Gruppe der älteren Menschen entsprechen.

 

 

Digitale Infrastruktur und technische Ausstattung

 

Als Grundlage für die digitale Teilhabe im Alter sehen wir den Zugang zum Internet an. Dafür wollen wir in Niedersachsen den Ausbau des Glasfaser- sowie des 5G-Mobilfunknetzes vorantreiben. Wir sehen den Zugang zum Internet als Auftrag der staatlichen Daseinsvorsorge an. Eine moderne Netzinfrastruktur ist nämlich die Voraussetzung für digitale Gesundheitsdienstleistungen und Telemedizin, die gerade in einem Flächenland eine wichtige Rolle spielen. Solche digitalen Assistenz- und Kommunikationssysteme unterstützen das selbstständige Wohnen von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und sind damit ein echter Freiheitsgewinn. Um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu unterstützen, soll die Fernbehandlung über digitale Angebote deutlich ausgebaut werden. Die Telemedizin, bei denen Patienten über Videotelefonie mit verschiedenen Fachärzten in Kontakt treten können, bietet sich besonders für Menschen an, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Darüber hinaus wollen wir das WLAN-Angebot in Wohn- und Pflegeheimen fördern, damit die Bewohnerinnen und Bewohner sich mit ihrer Familie und ihren Freunden vernetzen und digitale Dienstleistungen nutzen können.

 

 

Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote

 

Die Vermittlung digitalen Wissens und digitaler Kompetenzen stellt einen wichtigen Baustein für die digitale Teilhabe im Alter dar. Deshalb wollen wir zielgruppenspezifische Angebote gemeinnütziger Bildungsträger fördern, die interessierten Seniorinnen und Senioren die Grundlagen im Umgang mit digitalen Technologien beibringen und sie damit bei ihrem Lernprozess unterstützen. Für uns umfassen solche digitalen Kompetenzen im Alter unter anderem die Anschaffung und Bedienung eines Endgerätes, das Nutzen gängiger Online- Plattformen und Anwendungen sowie Grundlagen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes. Des Weiteren setzen wir uns für die Weiterförderung des DigitalPaktes Alter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ein, die mit ihrem Digitalkompass solche Hilfs- und Beratungsangebote koordiniert und deren Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ eine Vielzahl an Informations- und Bildungsmaterialien zur Verfügung stellt.

 

Wir wollen mit einem niedersächsischen Förderprogramm verschiedene Projekte in den Kommunen fördern, um digitale Medien für ältere Menschen verständlich und zugänglich zu machen. Dazu zählen für uns Digital-Cafés, bei denen junge Menschen ältere Mitmenschen beim Umgang mit digitalen Geräten und Diensten unterstützen, sowie Vor-Ort-Sprechstunden und Telefon-Helpdesks, die Seniorinnen und Senioren bei Fragen zum Umgang mit digitalen Geräten kostenlos in Anspruch nehmen können. Außerdem sollen Beratungs- und Unterstützungsprojekte ältere Menschen auf ihren Wunsch hin auch zu Hause oder in Senioren- und Pflegeheimen besuchen. Dabei sind ebenso niedrigschwellige Formate wichtig, die den älteren Menschen einen einfachen ersten Kontakt mit dem Internet ermöglichen, damit Seniorinnen und Senioren sich selbst eine Meinung bilden und informiert für bzw. gegen den Gebrauch digitaler Medien entscheiden können. Bei der Umsetzung solcher Projekte sollen die Landkreise, Städte und Gemeinden besonders mit der lokalen Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und Vereine oder Seniorenbeiräte mit ihrer Expertise einbinden.

 

 

Digitale Verwaltung in Niedersachsen

 

Grundsätzlich fordern wir Freie Demokraten eine moderne staatliche Verwaltung und bürgerfreundliche Dienstleistungen und sehen in der Digitalisierung einen wichtigen Beitrag dazu. Bei digitalen Dienstleistungen muss allerdings darauf geachtet werden, die Angebote auch im Digitalen barrierefrei zu gestalten und in dem Sinne die Situation älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger mitzudenken. Staatliche Verwaltungen könnten zu dem Zwecke Seniorenbeiräte bei der Gestaltung digitaler Dienstleistungen einbeziehen und das Feedback der Anwenderinnen und Anwender auswerten.

 

Wir sehen den Staat dazu verpflichtet, den Zugang zu staatlichen Leistungen auch immer analog zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die analoge Antragsstellung nicht gegenüber der digitalen benachteiligt wird. Es kann nämlich gute Gründe geben, die einer digitalen Beantragung entgegenstehen und die eine moderne Verwaltung in ihrem Handeln aufgreifen muss. Der analoge Zugang kann sowohl schriftlich in Papierform als auch mit einem persönlichen Gespräch umgesetzt werden, bei dem eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Verwaltung den digitalen Arbeitsvorgang in der Behörde im Auftrag und in Anwesenheit der älteren Person als Service durchführt.